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Mein neuer Fiesta "die Tomate"

Dieses Thema im Forum "Fiesta Mk4 / Mk5" wurde erstellt von FiestaRacer, 17. Januar 2018.

  1. FiestaRacer

    FiestaRacer Forums Anfänger(in)

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    Mein neuer Fiesta „die Tomate“.

    Seit Juni 2017 bin ich „stolzer“ Besitzer eines Fiesta Mk5 1,25. Davor bin ich über 10 Jahre lang von einem Mondeo Mk2 2,0 Ghia verwöhnt worden. Da die Frau einen Mondeo Mk3 als Kombi fährt, fiel die Wahl beim Nachfolger meines Mondeo auf einen günstigen, etwas älteren Fiesta, da kleiner und wendiger. Bei 18 km Weg zur Arbeit eigentlich ein Vernunftkauf, außerdem bin ich halt Fiesta-Infiziert.

    Nachdem ich dem Vorbesitzer des Fiestas mein volles Vertrauen geschenkt hatte, da er auf kleine Mängel des Wagens direkt aufmerksam gemacht hatte (Seitenschweller wurde bereits erneuert, 2 Sommerreifen müssen neu, Querlenker hatte er vor dem TÜV erneuert) und sehr freundlich war, kaufte ich den Wagen ohne weitere Probefahrt, da bereits abgemeldet. An der Karosserie war der Rost überschaubar. Die Hauptuntersuchung wurde im Vorfeld Mängelfrei gemacht, das war ein überzeugendes Kaufargument.
    Zudem hat der Wagen die Ausstattung, die ich von Anfang an wollte. Ein Sonnendach (nachgerüstet), Frontscheibenheizung, Sitze in Wagenfarbe, weiße Zifferblätter, keine Klimaanlage, Kopfstützen hinten, schöne Alufelgen und vor allem, er ist zur Freude meiner Kinder Feuerwehrrot.
    Der Kauf war fest und ich fuhr den Wagen eine Woche später frisch zugelassen nach Hause.

    Komisch, daß der Verkäufer beim vorher abgestimmten Abholtermin nicht persönlich vor Ort war, sondern nur der Vater, der nochmal auf das rostfreie Superauto mit frischen TÜV und allen gemachten Wartungen, weil der Sohn ja KFZ-Mechaniker ist, hinwies…. Jetzt hätte ich eigentlich stutzig werden sollen….

    Auf den 250 km Rückweg konnten der Fiesta und ich Bekanntschaft schließen. Der Fiesta startete einwandfrei, noch kurz tanken und ab. Der Wagen machte nach ca. 50 km Fahrt schleifende Geräusche an der Vorderachse, die ABS-Leuchte blinkte erst zaghaft, leuchte dann irgendwann dauerhaft, knacken an der Hinterachse, der Lüftermotor fing an zu quietschen. Der Blinker ging nur noch sporadisch. Ein Leistungsverlust war spürbar.

    Zuhause angekommen: Auf der Hebebühne beim Bekannten Durchsicht: Rost am Unterboden, Tank, Schweller. Das meiste war mit Farbe übertüncht und in der dunklen Garage beim Verkäufer nicht zu erkennen. Die hinteren Bremszylinder waren kaputt, von den Bremsbelägen nur Metall übrig. Bremswirkung hinten war bei null. Wie der Wagen kurz vorher laut TÜV Bericht super Bremswerte erreicht hat, ist mir bis heute schleierhaft. Eine Rücksprache mit dem Verkäufer war nicht mehr möglich, da er bis heute nicht mehr erreichbar ist. Weder telefonisch, Email noch per Brief. Schade, eigentlich sollte ich noch Infos bezüglich des letzten Zahnriemenwechsels bekommen. Da fahre ich bis heute auf Risiko.

    Ran an die Arbeit, Eingangsinspektion: Bremsen vorne und hinten neu, Zündkerzen raus. Vorsichtig, sehr vorsichtig. Mit Verlängerung Milimeter um Milimeter. Naß geschwitzt, wurden die eingeschweißt? Zündkerzen sind nicht abgerissen, aber Tiefschwarz und ölig. Ölwechsel, nachdem wir die Ölablaßschraube und den Ölfilter mit Nachdruck und Verlängerung geöffnet hatten. Das Öl stank und war Rabenschwarz. Den quietschenden Flachriemen erneuert. Bremsschalter und Bremsflüssigkeit neu, Räder ab, wegen dem Wechsel des ABS-Sensors. Der Vorbesitzer war wohl King Kong. Alle schraubbaren Verbindungen waren bombenfest und kurz vorm abreißen.
    Lenkstockschalter erneuert. Der alte war fertig. Farbe und Rost an den Ford-Typischen Stellen vorsichtig abgeschliffen und teilweise lackiert. Durch den Seitenschweller Fahrerseitig konnte ich plötzlich, nachdem ich kurz geschliffen hatte, auf die Straße sehen. Der Rahmen knuspert im hinteren Bereich leicht. Fertan drauf. Farbe drauf. Scheiß drauf. Ich mag den Wagen jetzt schon nicht mehr.

    Auf der Straße. Fahrdynamik gleich null. Spritverbrauch an die 10 l / 100 km. Kraftstoff-Filter erneuert. Motor ordentlich warm gefahren. In den kommenden Wochen hasse ich den Wagen immer mehr, obwohl er sich wirklich redlich Mühe gibt. Benzinverbrauch sinkt kontinuierlich. Aber: Wassereintritt durchs Sonnendach. Kupplung quietscht beim Gangwechsel. Ist auch fertig.

    Zum Vergleich: Mondeo wurde wöchentlich gewaschen und gesaugt. Der Fiesta bekam im Dezember seine zweite Wäsche und Innenreinigung nach dem Kauf. Wir werden, glaube ich, keine richtigen Freunde mehr.

    Weiter auf der Straße. Ich glaube, kleine rote Fiestas werden zum Ziel von BMW, Audi und Co. Wieso fahren alle immer dichter auf und geben Blinker, Lichthupe? Der rote Wagen wird gar nicht wahrgenommen. Aber laut Tacho bin ich schon zu schnell unterwegs….

    Es macht keinen Spaß, der gejagte zu sein. Mir war klar, das ich mit massiven Kompromissen gegenüber dem Mondeo leben muß, da es verschiedene Fahrzeugklassen sind. Das untertourige dahingleiten mit 130 PS war schön. Klar, es gab immer den ein oder anderen Drängler. Aber das hielt sich im Rahmen. Nennt es einfach heftigst verwöhnt und undankbar dem kleinen Wagen gegenüber. Interessant: Meine Frau fährt gerne mit dem roten Wagen. Grund: Man ist flott beim Einkaufen unterwegs, bekommt schnell einen Parkplatz und der Wagen ist übersichtlich. Die Kinder lieben den „Feuerwehr-Fiesta“ auch. Der Wagen startet sofort, bringt mich auf die Arbeit und zurück, hat mich bisher, trotz der „schlechten Behandlung“ nicht im Stich gelassen. Die Tomate ist weder hässlich oder unzuverlässig Trotzdem ist da irgendwas….

    Also fahre ich weiter, warte ich auf April, dann ist die kalte Saison vorbei und der andere kleine, blaue Fiesta darf wieder auf die Straße. Dann ist die Welt, sofern das Wetter mitspielt, bis Ende September wieder in Ordnung.





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